Was ein Heidjer mit dem SV Beckdorf vorhat

BECKDORF. Seit Saisonbeginn ist Steffen Aevermann Trainer der Oberliga-Handballer des SV Beckdorf. Im TAGEBLATT spricht er über seinen Werdegang, erklärt seine Philosophie und blickt auf das nächste Spiel gegen Edewecht.

Von Wilhelm Thiele

Die Person

Steffen Aevermann, 43, stammt aus Wietzendorf bei Soltau, wo er als Sechsjähriger mit dem Handballspielen begann. Nach dem Abitur leistete Aevermann Zivildienst, absolvierte danach eine Ausbildung zum Rettungsassistenten. Berufsbegleitend studierte er Betriebswirtschaftslehre. Seit rund 15 Jahren arbeitet er in Rotenburg im Controlling bei der Agentur für Arbeit. Aevermann, ist verheiratet und hat einen Sohn. Wenn Zeit bleibt, fotografiert er gerne. Allerdings ist derzeit alles dem Handball untergeordnet. Er selbst schätzt sich als Heidjer ein: gradlinig und konsequent. „Andere halten das gerne mal für Sturheit.“

Die Handball-Stationen

Bis zu einem Kreuzbandriss, der ihn mit 38 Jahren traf, spielte er aktiv Handball beim TSV Wietzendorf und die letzten Jahre beim TuS Rotenburg. Trainer-Erfahrung sammelte er bisher zum Beispiel in Rotenburg, Hamburg und zuletzt bei Achim/Baden. Derzeit trainiert Aevermann neben den Beckdorfern noch die B-Jugend des TV Oyten. Zusätzlich ist er zweimal monatlich im Stützpunkt des Handballverbandes Niedersachsen in Oyten aktiv. „Solange es mir Spaß macht und ich es mit der Familie vereinbaren kann, fahre ich mehrgleisig“, sagt Aevermann.

Die Handball-Philosophie

„Das Wort ‚Spielzug‘ kommt in meinem Wortschatz nicht vor.“ Die Förderung der Individualität der Spieler hat höchste Priorität. Aevermann schätzt den aktuellen Frauen-Bundestrainer Michael Biegler, den er in seiner Zeit als Jugendtrainer beim HSV Hamburg beobachtet hat. Von Trainern und Mannschaften, „die einen guten Handball mit Laune spielen“, versucht er zu lernen.

Warum Beckdorf?

Überzeugt hat ihn der Masterplan des SVB. In ihm gehe es nicht nur um das Sportliche, sondern um das gesamte Umfeld. Aevermann sieht es als großen Vorteil, dass er die letzte Halbsaison als Co-Trainer Drittligaluft schnuppern konnte. „Da war ich schon sehr früh am Aufbau des jetzigen Kaders beteiligt.“

Die Mannschaft

Mit der Mannschaft befände er sich im Übereinklang. „Charakterlich und die Spielphilosophie betreffend passen wir gut zusammen.“ Er räumt ein, dass auch die guten Ergebnisse kommen müssten. Aber die Oberliga sei ambitionierter Amateurbereich. Da müsse man akzeptieren, dass für einen Spieler Handball mal nicht die „erste Geige“ spiele. Diese Saison wolle der SVB oben mitspielen, aber keinesfalls Meister werden. „Da haben wir keine Ambitionen.“ Seine Spieler würden ihn als kommunikativ und verlässlich einschätzen. „Dem einen oder anderen bin ich vielleicht etwas zu ruhig.“

Die Marke SV Beckdorf

Für den Trainer geht es in der Sprache der Betriebswirte darum, die „Marke SV Beckdorf“ neu aufzustellen. Der Trainer sieht den Verein als Sprungbrett für Talente aus der Region, die sich für zwei bis drei Jahre in der Oberliga weiterentwickeln sollen. „Wenn die eine Chance bekommen, höherklassig zu spielen, freuen wir uns, und unser Konzept geht auf.“ Aber auch die Dritte Liga will Aevermann für den SVB nicht vollends abschreiben. „Mittelfristig soll es wieder dahingehen, aber auf einem ordentlich gewachsenen Fundament.“

Das nächste Spiel

Am Sonnabend (19.30 Uhr) treffen die Beckdorfer in der Oberliga in der Halle Auf dem Delm auf den VfL Edewecht. Der Tabellendritte stellt eine eingespielte Mannschaft um den überragenden Renke Bitter. Für den SV Beckdorf geht es darum, mit einem weiteren Sieg den Weg ins obere Tabellendrittel fortzusetzen.

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